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Ennodius

Magnus Felix Ennodius – Kurzbiografie

Der nachstehende Text folgt weitgehend Christian Rohr, Nationalrömisches Bildungsgut im Reich der Ostgoten. Zur Rezeption von Q. Aurelius Symmachus bei Ennodius, in: Römische Historische Mitteilungen 40 (1998), S. 49-48, hier S. 29 f.

Magnus Felix Ennodius wurde 473 oder 474 in Pavia geboren. Er entstammte einer angesehenen Familie, die mehrere Konsuln stellte und beispielsweise auch mit den Anicii verschwägert war. Nach dem frühen Verlust seiner Eltern wuchs Ennodius vermutlich südlich der Alpen in Ligurien bei einer Tante auf. Er verlobte sich mit der Tochter des Hauses, die er jedoch allem Anschein nach nicht heiratete. Es ist wahrscheinlich, dass er in Ligurien eine Ausbildung in den Artes erhielt, doch ist darüber nichts Genaueres bekannt.

Spätestens 494 trat Ennodius - ebenso wie seine Braut - in den geistlichen Stand über. Zunächst ist er in der Umgebung des Epiphanius nachweisbar, der ab etwa 466 als Bischof von Pavia wirkte. Noch im Jahr 494 begleitete er den Bischof auf einer Gesandtschaft zum Burgunderkönig Gundobad. Ennodius schrieb später über Epiphanius eine Vita, die aufgrund ihrer zeitgeschichtlichen Informationen sehr hohen Quellenwert besitzt.

Danach, jedenfalls vor 499, stieß Ennodius zum Klerus des Mailänder Bischofs Laurentius. Das folgende Jahrzehnt war geprägt durch kirchenpolitische Aktivitäten, aber auch durch die Abfassung der meisten Schriften seines literarischen Oeuvres. Auf der Palmensynode des Jahres 502 spielte Ennodius eine wichtige Rolle auf der Seite des oberitalienischen Klerus, der im so genannten Laurentianischen Schisma (498-507/514) den auch von König Theoderich favorisierten Papst Symmachus gegen einen Gegenpapst Laurentius - übrigens nicht identisch mit dem Mailänder Bischof - unterstützte. Im Anschluss an die Synode verfasste Ennodius seinen Libellus pro synodo, eine auch für die Ausbildung des päpstlichen Primates wichtige Streitschrift. In diese Zeit fällt zudem die Weihe des Ennodius zum Diakon.

Im Jahr 513 wurde Ennodius schließlich zum Bischof von Pavia geweiht. Zu dieser Zeit beendete Ennodius seine Tätigkeit als Schriftsteller. Zweimal – 515 und 517 – ging er als Gesandter des Papstes Hormisdas und wohl auch Theoderichs nach Konstantinopel, ohne jedoch seine kirchendiplomatische Mission erfüllen zu können. Nach einer metrischen Inschrift auf seinem Grabstein, der in der Kirche von San Michele in Pavia noch erhalten ist, starb Ennodius am 17. Juli 521.

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